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Reise ins „Land der Morgenröte“

Am Nachmittag des 26. Oktober 2014 brach eine Gruppe von 20 Verbundstudierenden der Studiengänge B.Sc. Wirtschaftsingenieurwesen und MBA Technische Betriebswirtschaft zusammen mit ihren Begleitpersonen Professor Dr. Gerd Uhe von der HS Bochum und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dipl.-Betriebsw. (FH) Michaela Rothhöft von der FH Südwestfalen zu einer 10-tägigen Exkursion nach China auf.

Erste Station der Gruppe sollte nach einem 12-stündigen Flug im Flaggschiff A380 der Lufthansa Shanghai sein, von wo aus es gleich mit dem Reisebus weiter in die nahegelegene 10-Millionen-Metropole Suzhou ging, die als „Seidenhauptstadt“ des alten Kaiserreichs China noch heute führend in der Seidenproduktion ist. Begleitet von dem sehr netten und gut sprechenden Reiseleiter Michael besichtigten die ExkursionsteilnehmerInnen zunächst den zum Weltkulturerbe gehörenden Zhuozheng Yuan Garten – auch „Garten des bescheidenen Beamten“ genannt –, in dem sich einer der größten Jadesteine weltweit befindet. Nach einer kurzen Erfrischung im Hotel konnten während einer Flussfahrt auf dem Kaiserkanal alle TeilnehmerInnen die ersten Eindrücke der Reise verarbeiten und schließlich auch noch die Altstadt – inkl. einer typisch chinesischen Karaokebar – genießen.

Am zweiten Tag stand die erste Firmenbesichtigung auf dem Programm: In Taicang bekam die Gruppe durch einen interessanten Vortrag des Technical Director Jürgen Jentsch Einblick in das erste deutsche Kaltwalzunternehmen in China, die Waelzholz New Material Co., Ltd.. Verhaltensregeln bei Geschäftsbeziehungen, Vorstellung der Betriebsstrukturen, Erläuterung der Arbeitsbedingungen und schließlich die Besichtigung der Produktionsstätte gaben eine gute Übersicht über das Arbeiten in einem „deutschen“ Unternehmen in China. „Bemerkenswert waren die groß dimensionierten Walzen,“ erklärt Christopher Neary, Verbundstudierender im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen, fasziniert, „Mit ihnen werden präzise Metallbänder geformt, die beispielsweise für die Automobilindustrie, bei Haushaltsgeräten, in Flugzeugen und in Sport- oder Freizeitartikeln verwendet werden.“

Die anschließende Werksbesichtigung bei der Firma Kern-Liebers rundete die vorher gewonnenen Eindrücke ab: Denn hier wurden Waelzholz-Produkte für die Produktion von Sicherheitsgurten verwendet, wobei die Gruppe unmittelbar und aus nächster Nähe die einzelnen Produktionsschritte beobachten konnte. Von Taicang aus ging es weiter nach Shanghai, der bedeutendsten Industriestadt Chinas und mit 23 Millionen Einwohnern einer der größten Städte der Welt.

Der dritte Tag startete mit einer Stadtrundfahrt durch Shanghai. Die ExkursionsteilnehmerInnen besichtigten die Altstadt und den Yu-Garten, wo sie umfangreiche Informationen zu Kultur und Lebensweise in China erhielten. Beim anschließenden Besuch im Stadtplanungsmuseum beeindruckte das zwei Tennisplatz-große Stadtmodell, das eine detailgetreue Nachbildung Shanghais zeigt.

Auch den nächsten Tag verbrachte die Gruppe in Shanghai – zunächst ging es zur Tongji-Universität, wo unter anderem das Campusgelände besichtigt wurde, das sich durch seine Größe und den parkähnlichen Aufbau auszeichnet. Bei einem gemeinsamen Mittagessen mit chinesischen Studierenden wurden außerdem einige Details zum chinesischen Studentenleben ausgetauscht.

„Danach wurde uns eine Fahrt im Transrapid ermöglicht, der mit einer Geschwindigkeit von 430 km/h in nur 7 Minuten die 32 km lange Strecke von der Station Lóngyáng-Straße in einem Außenbezirk Shanghais bis zum Flughafen Pudong zurücklegt“, erinnert sich Christopher Neary beeindruckt an die kurze Fahrt mit der Magnetschwebebahn, „Und auch die Akrobatikshow am Abend hielt noch ein besonderes Highlight für uns parat:  Fünf Stuntmänner fuhren auf ihren Motorrädern in feinster Abstimmung innerhalb einer Metallkugel.“

Am fünften Tag wurde der sog. Bund, die lange Uferpromenade Shanghais, mit seinen berühmten, französischen Kolonialbauten erkundet. Bei der anschließenden Besichtigung des Jadebuddha- Tempels wurden der Gruppe die unterschiedlichen Religionen Chinas und ihre Auswirkung auf eine mögliche geschäftliche Beziehung nähergebracht. Noch am Nachmittag ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Guilin, einer Stadt im Südosten Chinas am Ufer des Li-Flusses. Von dort aus fuhr die Gruppe mit einem Ausflugsschiff entlang des Flusses vorbei an atemberaubend schönen Landschaften weiter bis in das Karstgebiet Yangshuo südlich des Stadtzentrums. Dort stand die Besichtigung einer in langer Familientradition geführten Fächerfabrik auf dem Programm.

„Immer wieder haben wir versucht, auch unsere Chinesisch-Kenntnisse unter Beweis zu stellen“, schmunzelt Dipl.-Betriebsw. (FH) Michaela Rothhöft, „doch die Gespräche mit den Einheimischen waren wohl mehr ein Versuch, denn sie haben uns einfach gar nicht verstanden. Denn bei der Aussprache werden mehrere Tonhöhen verwendet, das ist sehr schwierig und für uns leider nicht darstellbar.“

Der sechste Tag im „Land der Morgenröte“ war „Reisetag“ und brachte die Gruppe mit dem Flugzeug von Shanghai nach Guangzhou, einem bedeutenden Industrie- und Handelsstandort sowie einer großen Messestadt.

Am Tag darauf ging es von dort aus nach Zhong Shan, um die Firma HDss GmbH zu besichtigen, die mittels Aluminiumdruckguss‘ Teile für die Leuchten-Industrie herstellt. Beraten wird das chinesische Unternehmen von einem deutschen Dienstleister, der es innerhalb von zwei Jahren geschafft hat, Standards – wie z.B. ein Qualitätsmanagement und Automatisierung – einzuführen, die von den chinesischen Mitarbeitern gelebt werden. Im Anschluss daran wurde die Firma Jordan Co. besichtigt, die ebenfalls Aluminiumteile für die Leuchten-Industrie produziert. Interessant war hier, dass für die Produktion überwiegend Handarbeit gefordert war. „So haben wir uns China eigentlich vorgestellt“, erklärt Verbundstudent Christopher Neary nicht überrascht, „es wurden wirklich nur sehr wenig Maschinen verwendet.“

Vom Hafen Zhong Shan aus fuhren die ExkursionsteilnehmerInnen dann weiter mit der Fähre in die 7-Millionen-Metropole Hongkong – und merkten sofort, dass sie nicht in einer chinesisch geprägten Stadt angekommen sind. „Alles dort erinnert an die britische Kolonialzeit“, fasst Professor Dr. Gerd Uhe seine ersten Eindrücke zusammen, „Wir hatten fast das Gefühl, in London zu sein. Nicht nur der Linksverkehr, sondern auch die Lautstärke im Straßenverkehr selbst wirkte sehr ruhig und strukturiert. Hier wurden tatsächlich Verkehrsregeln beachtet.“ Abends wurde dann auch entsprechend westlich bei Live-Musik im Hardrock Café gefeiert!

Der achte Tag begann mit einer Stadtrundfahrt durch Hongkong, die u.a. mit der antiken „Peak Tram“ zum berühmten Victoria Peak mit atemberaubender Aussicht führte. „Wir konnten dort die gesamte Wolkenkratzer-Romantik Hongkongs bestaunen“, schwelgt Dipl.-Betriebsw. (FH) Michaela Rothhöft in Erinnerungen. Danach ging es weiter zur Südküste in die Stadt Aberdeen zum Fischereihafen, wo die Bedeutung des Fischfangs für die Wirtschaft Hongkongs damals und heute erklärt wurde.

Am letzten Tag konnten die ExkursionsteilnehmerInnen Hongkong noch einmal auf eigene Faust und in kleinen Gruppen erleben. Einige stießen bei ihrem Rundgang dabei auch auf protestierende Studenten, die dort auf der Straße in aufgebauten Zelten leben.

Der Rückflug nach Deutschland wurde dann von allem mit einem lachenden und einem weinenden Auge angetreten. „Auf der einen Seite waren wir froh, wieder nach Hause zu kommen, auf der anderen Seite hatten wir eine perfekt organisierte Studienreise, bei der alles reibungslos verlief und bei der uns China sehr beeindruckt hat“, fasst Christopher Neary seine Erlebnisse zusammen, „Wir haben alle sehr viele, schöne Erinnerungen und Erfahrungen mit nach Hause genommen, und die Stimmung innerhalb unserer Reisegruppe war perfekt. Ich würde eine derartige Exkursion jederzeit mit gutem Gewissen an andere Studierende weiterempfehlen!“

Die Verbundstudiengänge B.Sc. Wirtschaftsingenieurwesen und MBA Technische Betriebswirtschaft der FH Südwestfalen und der HS Bochum führen regelmäßig Exkursionen dieser Art durch. Interessierte Studierende melden sich bitte unter 02331 9330 741, wenn sie sich über eine Teilnahme an der nächsten Reise informieren möchten.

Auf dem Li-Fluss

Unterwegs in Hongkong

Beeindruckende Skyline von Shanghai