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Wenn Karosserie und Motor Hochzeit feiern

Bereits in den frühen Morgenstunden machten sich rund 40 Verbundstudierende und ihre Begleiterinnen und Begleiter der Fachhochschule Münster auf den Weg nach Bremen. Das Institut für Technische Betriebswirtschaft hatte eine Exkursion mit Führung durch die Werkshallen des Mercedes-Benz Werk und daran anschließend noch eine Stadtführung durch die Freie Hansestadt Bremen organisiert. Das Mercedes-Benz Werk ist das zweitgrößte Mercedes-Benz Werk weltweit und beschäftigt etwa 12.500 Mitarbeiter.

Die Führung startete um 9 Uhr mit einem Film, dann ging es weiter, um die Werkshallen zu erkunden. Die erste Halle war das Presswerk. Hier werden einzelne Teile für die Karosserie der Autos gefertigt. Ein Roboterarm packt dabei zielsicher das vorgeschnittene Metallteil. Dann geht es unter die Presse. Das Metall verformt sich, der Verschnitt fällt ab. Kaum ist die Presse wieder geöffnet, geht es weiter. Ein weiterer Roboterarm greift das Teil und trägt es zum nächsten Fertigungsschnitt. Alles ist minutiös aufeinander abgestimmt. Eine Sekunde länger und der Roboter läge unter der Presse, nicht das Metallteil.

Der ganze Prozess ist begleitet von Lärm. Im Werk tragen daher auch alle Mitarbeiter zu ihrer eigenen Sicherheit Ohrschützer. Und auch die Exkursionsteilnehmer tragen „etwas“ im Ohr. Über Funk erhalten sie Informationen des Reiseleiters, der sie durch die Hallen führt. Die Gruppe erfährt, dass mehr als 430 Einzelkomponenten in einer Karosserie enthalten sind. Diese können mit einer Auswahl von 4.000 verschiedenen Montagemöglickeiten aneinander gefügt werden. Und auch die Lackierung eines Autos ist keine kleine Aufgabe: Es gibt 22 Arbeitsschritte, bis der Lack perfekt sitzt.

In der nächsten Halle werden die Autos zusammengesetzt. Sie stehen auf einem Rollband und durchlaufen so nacheinander die Montagestationen. Wenn sie die letzte Station verlassen, sind sie fahrtauglich. Doch dazwischen gibt es noch viele Einzelschritte. Türen werden montiert, die Elektronik installiert und immer wieder wird alles überprüft. Ganz besonders ist der Moment, wenn Motor und Karosserie zum ersten Mal aufeinander treffen. Daher hat er auch eine ganz besondere Bezeichnung: Die "Hochzeit". Die Autos werden direkt nach Kundenwunsch gefertigt, daher ist eine fehlerfreie Logistik besonders wichtig, um sicherzustellen, dass selbst die Ziernähte der Sitze genauso aussehen, wie sie bestellt worden sind.

Am Ende der Montage wird jedes Fahrzeug in der Einfahrabteilung überprüft: Es kommt auf den Rollenprüfstand und durchläuft unter anderem eine Regenprüfung. Für zwanzig Prozent der Tagesproduktion kommt es zudem zur Testfahrt auf der werkseigenen Kontrollstrecke. Die Exkursionsteilnehmer konnten auch einen kurzen Blick auf die dortige Steilkurve mitsamt eines Autos während der Testfahrt werfen.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck verließ die Gruppe  das Mercedes-Benz-Werk und verabschiedete sich in die wohlverdiente Mittagspause. Nach dem Mittagessen ging das Tagesprogramm mit einer Stadtführung durch Bremen weiter.

Die Führung begann auf dem Marktplatz. Hier stehen die Roland-Statue, das historische Rathaus, der Dom sowie die berühmten Bremer Stadtmusikanten. Vom Marktplatz aus spazierte die Gruppe in das historische Schnoor-Viertel, den ältesten Stadtteil Bremens. Das Wort Schnoor bedeutet Schnur: In diesem Viertel stellten die Menschen einst Seile und Taue oder andere für die Schifffahrt wichtige Gegenstände wie Drähte her. Kleine Gassen mit Fachwerkhäusern und viele eigentümergeführte Geschäfte zeichnen den Schnoor aus. Die Teilnehmer der Exkursion erfuhren zudem viele Anekdoten aus der Geschichte Bremens: So zum Beispiel über Heini Holtenbeen, einen stadtbekannten Bremer aus dem 19. Jahrhundert. Vom Schnoor aus ging es in die Böttcherstraße. Sie ist neben einigen Museen auch eine eigene Attraktion: Die gesamte Straße ist im Stil des Backsteinexpressionismus gebaut. Mit einer Bonbon-Verköstigung endete schließlich die Stadtführung und es wurde die Rückfahrt nach Münster und Steinfurt angetreten.

Die Exkursionsteilnehmer vor dem Mercedes-Benz-Werk

Kleine Gassen sind typisch für den Schnoor.