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Xin chào Vietnam!

Am 29. September 2013 trafen sich 20 Verbundstudierende der Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Technische Betriebswirtschaft, Professor Dr. Gerd Uhe von der Hochschule Bochum sowie Dipl.-Betriebsw. (FH) Michaela Rothhöft, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Fachhochschule Südwestfalen vertrat,  am Flughafen in Frankfurt. Endlich war es soweit, es ging für 11 Tage auf große Exkursion nach Vietnam!

Nach 12 Stunden Flug landete die Gruppe in Hanoi, wo der Tag erst richtig losging. Die Gruppe stellte schnell fest, dass sich das Leben in Hanoi auf den Straßen abspielt. Zahlreiche Mopeds fuhren unter ununterbrochenem Hupen durch die Straßen, auf den Bürgersteigen wurde gekocht und gegessen, Verkehrsregeln schien es keine zu geben. „Die Straße zu überqueren, war wieder jedes Mal ein Erlebnis“, resümiert Michaela Rothhöft, die bereits zum zweiten Mal in Vietnam war.

Gleich am ersten Tag wurde der Literaturtempel, die 1. Universität Vietnams, besucht, wo die Gruppe Einblicke in die Kultur Vietnams und dessen Minderheiten erhielt. Im Anschluss wurden während einer Busfahrt durch die Stadt Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur sowie neue Baugebiete besichtigt.

Am nächsten Tag stand zuerst die Besichtigung der deutschen Firma PPI Joint Stock Company auf dem Programm. Dort werden Innensohlen für Schuhe aus europäischem Recyclingmaterial herstellt. Es gab eine sehr interessante Werksführung durch den Geschäftsführer, Herrn Heinrich Schenk, der einen ausführlichen Vortrag über die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit der Firmenprodukte hielt. Außerdem erfuhren die ZuhörerInnen wichtige Details über den Standort, die Infrastruktur und die Arbeitsbedingungen in Vietnam. Danach ging die Fahrt im Bus weiter bis zur Halong Bucht. Anstelle eines Hotels übernachtete die Gruppe dort auf einer Dschunke, einem original vietnamesischen Schiff. „Es war absolut beeindruckend, als wir von dort aus mit Kanus die atemberaubenden Felsen aus der Nähe anschauen konnten. Es war aufregend, als ein Boot durch einen Angriff „feindlicher“ Kommilitonen kenterte“, schmunzelt Verbundstudent Christof Michael, der schließlich froh war, als die Gruppe ohne Verluste wieder an Land zurückkehrte.  

Der dritte Tag begann mit der Fahrt zu einem schwimmenden Dorf, in dem mehr als 300 Fischerfamilien auf hölzernen Hausbooten leben und mit Fischfang und -aufzucht ein nur geringes Einkommen verdienen. Auf der Rückfahrt nach Hanoi besichtigte die Gruppe ein Reisfeld und erhielt Erläuterungen zum Reisanbau. Unterwegs konnten sie viele Menschen bei der Arbeit auf den Reisfeldern, die von Hand abgeerntet wurden, sehen. Von Hanoi aus ging es mit dem Flugzeug weiter nach Nha Trang, wo der Abend in einem gemütlichen vietnamesischen Restaurant ausklang.

Am Morgen ging es für alle gleich in der Früh zum Fischereihafen, wo die Studierenden und ihre Begleitpersonen den Fischern bei der Arbeit zuschauen konnten und einen Vortrag über die Fischerei und die Auswirkungen von Hochseeflotten auf die örtliche Fischerei sowie die Problematik des Antibiotika-Einsatzes auf den Shrimpsfarmen erhielten. Anschließend fuhr die Gruppe mit einem Bus zur Kulturstätte der Cham aus dem 9./10. Jahrhundert und besichtigten die Long-Son-Pagode mit der weißen Buddhastatue sowie eine katholische Kathedrale. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt und dem Rundgang über einen einheimischen Markt wurde endlich das Hotel erreicht, das unmittelbar an einem herrlichen Strand lag. Was lag also näher, als den Abend fast wie im Urlaub – allerdings bei strömendem Regen – ausklingen zu lassen!?!

Nach einer kurzen Nacht stiegen 22 müde Reisende am sechsten Tag früh in den Bus zum nächsten Ziel, der Stadt Dalat. Auf einer pittoresken Busfahrt konnte die Gruppe in einer Hochebene eine Kaffeeplantage besuchen und mehr über die Komplexität des Kaffeeanbaus, die Risiken und die Bedeutung für die Provinz erfahren. Denn Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffee-Exporteur.

Am nächsten Morgen hieß es wieder: Ab zum Flughafen nach Dalat. Nach ca. 1 Stunde Flug erreichte die Gruppe ihr letztes Ziel im Süden Vietnams: das ehemalige Saigon, heute offiziell Ho-Chi-Minh-Stadt, mit über fünf Millionen Einwohnern die größte Stadt Vietnams und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Als erste Station wurde die Tunnelanlage in Cu Chi besichtigt. „Diese Tunnel haben uns alle sehr beeindruckt“, berichtet Professor Dr. Gerd Uhe, „hier hat sich der Viet Cong in den unterirdischen Gängen, die zeitweise eine Länge von 200 km erreichten und von Saigon bis zur kambodschanischen Grenze verliefen, aufgehalten und die Umgebung kontrolliert. Für uns fast unvorstellbar, dass in den Höhlen, die teilweise über mehrere Etagen angelegt waren, bis zu 16.000 Menschen waren.“

Der zweite Tag im ehemaligen Saigon begann mit einer Stadtbesichtigung vorbei an der Kathedrale Notre Dame und am Hauptpostamt bis hin zum Kriegsmuseum, das die furchtbaren Verbrechen des Vietnam-Kriegs zeigt. Die Stadt ist eine Mischung aus kolonialen Gebäuden, modernen Hochhäusern und traditionellen Tempeln, im direkten Zentrum relativ westlich geprägt. Die nächste Station hieß chinesisches Viertel in Cho Lon. Hier besichtigte die Gruppe den Bin Thay Markt mit vielen Lebensmitteln und Haushaltswaren und fuhr anschließend mit 22 Fahrrad-Rikschas zur Thien Hau-Pagode. Der Abend wurde mit dem Besuch eines traditionellen Wasserpuppentheaters abgeschlossen.

Der neunte Tag der Reise brachte die TeilnehmerInnen ins Mekong-Delta, das ins Südchinesische Meer mündet. In dieser fruchtbaren Region werden tropische Früchte, Reis, Gemüse, Zuckerrohr und Kokosnüsse angebaut. Die Studierenden besichtigten eine Tonziegelei und eine Kokosnussfarm, um anschließend bei schwülen ca. 32 Grad mit dem Fahrrad durch den Dschungel zu fahren und dort eine Candyfabrik sowie eine Mattenweberei zu besuchen.

Der vorletzte Tag der Exkursion startete mit einer Betriebsbesichtigung des Unternehmens BINH TRIEU ENGINEERING AND CONSTRUCTION JOINT STOCK COMPANY BTC in Ho Chi Minh City, wo Maschinenzubehör und verschiedene Stahlbaukomponenten hergestellt werden. Der Geschäftsführer präsentierte Informationen zu den Arbeitsbedingungen und den Löhnen in Vietnam und beantwortete freundlich die Fragen der Gruppe, bevor sich alle selbst einen Eindruck von den Produktionshallen verschaffen konnten und dabei doch deutlich andere Arbeitsbedingungen als in Deutschland feststellten: Die Lackiererei war in offenen Halle ohne Abzug,  Arbeit an Fräsmaschinen in Flip-Flops schien normal zu sein. Von dort aus ging es zum letzten Ziel der Reise, zur University of Technology in Ho Chi Minh City. Die Studierenden dort hatten Spiele und Vorträge vorbereitet, sogar eine Vorführung einheimischer Tänze wurde präsentiert. Besonders interessant waren die Diskussionen über die unterschiedlichen Studienbedingungen in Vietnam und in Deutschland.

„Im Namen der gesamten Gruppe danke ich für eine perfekt organisierte Studienreise. Während unseres Aufenthaltes in Vietnam gab es keinerlei Probleme oder Zwischenfälle. Wir hatten eindrucksvolle Erlebnisse, trafen interessante und liebenswerte Menschen und lernten ein Land kennen, das dabei ist, sich von der schrecklichen Vergangenheit zu erholen“, fasst Angela Dames, Studierende des Verbundstudiengangs B.Sc. Wirtschaftsingenieurwesen, ihre Eindrücke und Erlebnisse zusammen, „Ich bin echt sehr froh, die Möglichkeit bekommen zu haben, an dieser wunderschönen Exkursion teilzunehmen!“

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