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Zukunftsmarkt Afrika

Yves Bagna, der frisch gebackene Absolvent des Verbundstudiengangs MBA Technische Betriebswirtschaft an der Hochschule Bochum, hat in seiner Master-Arbeit die Standortwahl bei Markteintritten von kleinen und mittelständischen deutschen Unternehmen in Afrika untersucht. Die weiterentwickelte Masterarbeit wird bald als Bericht veröffentlicht.


Foto: Yves Bagna

In Kamerun geboren, dort aufgewachsen und das Abitur gemacht, kam er im Jahr 2004 nach Deutschland. An der Ruhr-Universität in Bochum absolvierte er erfolgreich sein Maschinenbau-Studium und ist seit dem Jahr 2010 als Ingenieur bei der Siemens AG tätig, zuerst als Berechnungsingenieur für die thermodynamische Berechnung von Dampfturbinen und seit 4 Jahren als Proposal Manager für Dampfturbinen und Generatoren-Turbosätze. Yves Bagna ist 32 Jahre alt, verheiratet, Vater einer mittlerweile 2 ½ jährigen Tochter – die während seiner Verbundstudienzeit auf die Welt kam – und lebt mit seiner Familie in Essen.

In einem Interview gewährt Yves Bagna Einblicke in die Marktsituation auf dem afrikanischen Kontinent und sein berufsbegleitendes Verbundstudium an der Hochschule Bochum.

Herr Bagna, wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich in Ihrer Master-Arbeit mit dem Zukunftsmarkt Afrika zu beschäftigen?

Als ich nach Deutschland kam, habe ich mein erstes Praktikum bei der Firma Basaran Elektrotechnik GmbH absolviert. Die Menschen dort haben mich so herzlich willkommen geheißen und in ihr Unternehmen integriert, so dass ich den Kontakt weiter gehalten habe. In den letzten Jahren hat sich die Marktsituation in Deutschland verändert und so kamen der Geschäftsführer und ich ins Gespräch, wie eine strategische Erweiterung auf afrikanische Märkte aussehen könnte.

Neben den wirtschaftlich stark wachsenden Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China hat sich auch der afrikanische Kontinent zu einem interessanten Absatz- und Gewinnpotenzialträger entwickelt. Während viele der größten Unternehmen der Welt bereits mit großem Erfolg und hohen Wachstumsraten in Afrika tätig sind, ist der Kontinent für andere oft noch fremd. Das zu erforschen und Möglichkeiten aufzuzeigen, war die Grundidee für meine Master-Arbeit.

Was hat Sie besonders an dem Thema gereizt?

Gerade in Deutschland herrschen angesichts der politischen Instabilität, einer hohen Korruptionswahrnehmung in Wirtschaft und Politik, eines als bescheiden empfundenen Standards der Infrastruktur sowie diverser sozialer Probleme noch starke Vorbehalte. Mit einer Veröffentlichung, welche auf der Master-Arbeit aufbaut, will ich potentielle Zielmärkte für kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland beleuchten, die sich für einen Einstieg in den afrikanischen Markt eignen. Da mich schon seit Jahren die Verbindung von Technik und Wirtschaft, im Besonderen die Geschäftsprozesse, die Strategieentwicklung und das internationale Management, interessieren, habe ich mich total darüber gefreut, darüber auch in Zusammenhang mit meinem kulturellen Hintergrund schreiben zu können.

Wie sind Sie bei Ihrer Master-Arbeit vorgegangen?

Zunächst habe ich in Deutschland nach einem Professor oder einer Professorin gesucht, die mich in dem Bereich unterstützen kann. Das war gar nicht so einfach, schließlich bin ich mit Herrn Professor. Dr. Karl Wohlmuth vom Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management (IWIM) an der Universität Bremen in Kontakt gekommen, der mich hervorragend beraten und begleitet hat. Daraus ist die Idee entstanden, auch eine Verbindung zum international renommierten Professor Dr. Michael E. Porter herzustellen, der an der Harvard Business School Wirtschaftswissenschaften lehrt und zu den führenden Managementtheoretikern gehört. Ich war sogar in Harvard und wurde von einem Mitarbeiter der Harvard Universität durch das Institut geführt, eine großartige Möglichkeit, die ich ohne mein MBA-Studium niemals bekommen hätte.

Doch zurück zur Vorgehensweise: Um die Zielmärkte für Deutschland zu beleuchten, die sich für einen Markteintritt eignen, haben wir den Index namens „Porter Competitiveness Index („PCI“)“ entwickelt. Der „PCI“ basiert auf der Diamanttheorie von Porter und wird aus 30 ausgewählten mikro- und makroökonomischen Indikatoren gebildet (u.a. Bevölkerungszahl und Bevölkerungswachstum, Bruttoinvestitionsquote, ausländische Direktinvestition, Leichtigkeit der Geschäftstätigkeit, Indiz der wirtschaftlichen Komplexität, Index für menschliche Entwicklung, WeltRisikoIndex usw.). Er zeigt auf, welche Länder in Afrika für eine Standortswahl besonders attraktiv oder unattraktiv sind, und bildet somit einen guten Indikator und eine solide Entscheidungsgrundlage für ein Auslandsengagement von deutschen Unternehmen in Afrika.

Was ist das Ergebnis Ihrer Untersuchung?

Mit dem Bericht, der auf meiner Master-Arbeit aufbaut und bald veröffentlicht wird, können wir jenen Unternehmen eine Entscheidungshilfe geben, die noch wenig Erfahrung mit geschäftlichen Aktivitäten in Afrika haben, aber dort investieren wollen und nun vor der Frage stehen, welche Länder die notwendigen Grundvoraussetzungen erfüllen, um dort ein stabiles Geschäft aufzubauen. Es wird konkret aufgezeigt, welche Investition sich lohnt und nach einzelnen Ländern aufgelistet, Details möchte ich hier nicht nennen.

Was war Ihre Motivation, das berufsbegleitende Verbundstudium MBA Technische Betriebswirtschaft an der Hochschule in Bochum zu beginnen?

Mein Ziel ist grundsätzlich meine persönliche Weiterentwicklung. Ich hatte jetzt nicht unbedingt vor, Geschäftsführer der Firma XYZ zu werden, aber weiß, wohin es mich mit meinen gewachsenen Kompetenzen hinträgt. Ich wollte als Ingenieur einfach verstehen, wie die Zusammenhänge zwischen Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing sind, warum Strategien in bestimmte Richtungen entwickelt und weshalb Entscheidungen getroffen werden. Das alles habe ich im Studium gelernt und verstanden, insgesamt war das auch total positiv für meine Persönlichkeitsentwicklung.

Ich habe so viele wertvolle Leute kennengelernt, die z.B. bei EON, Hitachi oder Thyssen Krupp arbeiten, mit denen ich jetzt immer noch in Kontakt und im Austausch bin. Wie groß der Nutzen wirklich ist, konnte ich vor dem Studium gar nicht erahnen. Damit habe ich meinen Horizont unheimlich erweitert.

Waren Sie immer motiviert oder gab es auch schwierige Phasen?

Man braucht schon eine starke Unterstützung durch die Familie. Meine Frau hat mir immer den Rücken frei gehalten, wir haben während meines Verbundstudiums nicht nur unsere Tochter bekommen, sondern auch noch eine Wohnung gebaut. Ohne sie hätte ich das alles niemals geschafft. In einer kleinen Gruppe mit ein paar Kommilitonen haben wir uns immer gegenseitig gepusht, das war sehr wertvoll und hat uns eng zusammengeschweißt.

Welche Tipps wollen Sie Studieninteressierten noch mit auf den Weg geben?

Das MBA-Studium ist super wichtig für Techniker und Ingenieure, um den eigenen Horizont zu erweitern und die komplexen Zusammenhänge im Unternehmen zu verstehen. Auch wenn man nicht unbedingt Geschäftsführer werden will, hat man eine klare Vorstellung davon, wie ein Unternehmen läuft.

Wichtig ist ein gutes Zeitmanagement, denn man will ja auch noch ein bisschen Freizeit haben…

Herr Bagna, wir danken Ihnen herzlich für das interessante und bereichernde Gespräch mit Ihnen und wünschen Ihnen für Ihre Zukunft beruflich und privat viel Glück und alles Gute!