Wirtschaftsrecht (LL.B.)

Der anwendungsorientierte Verbundstudiengang Wirtschaftsrecht richtet sich an Berufstätige in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung, die für eine erfolgreiche Fortführung ihrer Karriere wirtschaftsrechtliche Kenntnisse und Kompetenzen erwerben möchten.

Wenn Sie sich im Bereich des Wirtschaftsrechts, insbesondere in rechtlich geprägten Berufsfeldern wie Rechts- und Personalabteilungen und vor allem auch im Bereich der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung qualifizieren wollen, ist der Verbundstudiengang Wirtschaftsrecht für Sie richtig. Der Umfang der juristischen Fächer überwiegt mit mehr als 50 % gegenüber dem wirtschaftswissenschaftlichen Anteil (35 %) deutlich.

Im Folgenden finden Sie alle wichtigen Informationen zum Studiengang im Überblick. Nutzen Sie die Möglichkeit der intensiven Beratung zum Konzept des Verbundstudiums. Insbesondere empfehlen wir die Teilnahme an den Informationsveranstaltungen zur Unterstützung Ihrer bewussten Entscheidung für das Verbundstudium.

Zielgruppen des Studiengangs

Berufstätige in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung, die sich im Bereich des Wirtschaftsrechts weiterqualifizieren und profilieren wollen.

Qualifikationsziele

Ziel des Studiengangs ist der Erwerb grundlegender Kenntnisse des Wirtschaftsrechts.

Darüber hinaus sollen Fähigkeiten und Kompetenzen ausgebaut werden, die befähigen:

  • problemorientierte Methoden bei der Analyse betrieblicher Vorgänge anzuwenden
  • praxisgerechte Problemlösungen zu erarbeiten und
  • dabei außerfachliche Bezüge wie die optimale Auswahl und die wirtschaftliche Verwertung der Erkenntnisse zu beachten

Das Studium vermittelt die im Beruf erforderlichen Inhalte und Methoden sowie notwendige überfachliche Kompetenzen bzw. Schlüsselkompetenzen und soll die schöpferischen und gestalterischen Fähigkeiten der Studierenden entwickeln. Daher bildet die Modulreihe zur Vertragsgestaltung in allen zentralen Rechtsfächern ein herausragendes Merkmal dieses Studiengangs.


Berufsfelder

Absolventinnen und Absolventen des Verbundstudiengangs Wirtschaftsrecht (LL.B.) übernehmen in Unternehmen und Verwaltung anspruchsvolle Aufgaben als Fachspezialisten – unter anderem in den folgenden Bereichen:

  • Rechts- und Personalabteilungen
  • Stabstellen
  • Wirtschaftsprüfung
  • Steuerberatung

Module des Studiengangs

Wirtschaftsrecht

Das Lehrgebiet „Recht“ besteht schwerpunktmäßig aus Rechtsfächern, die dem Wirtschaftsprivatrecht zuzuordnen sind:

Die Basis des Wirtschaftsprivatrechts bildet das Bürgerliche Recht, welches vor allem das für alle Marktteilnehmer geltende Vertragsrecht enthält. Vertieft werden diese Grundlagen durch das Handelsrecht, das Gesellschaftsrecht und das Wettbewerbsrecht mit dem Gewerblichen Rechtsschutz, d.h. die für Unternehmer und Unternehmen geltenden speziellen Rechtsvorschriften, sowie das Arbeitsrecht mit dem Individualarbeitsrecht (Arbeitsvertragsrecht) und dem kollektiven Arbeitsrecht (Betriebsverfassungs- und Tarifvertragsrecht einschließlich des Arbeitskampfrechts). Darauf aufbauend werden die Bereiche IT-Recht (rechtliche Aspekte der Nutzung des Internet), Internationales Wirtschaftsrecht sowie Rechtsverfolgung und Rechtsdurchsetzung (Zivilprozess- und Zwangsvollstreckungsrecht mit Insolvenzrecht) behandelt.

Das Wirtschaftsprivatrecht wird ergänzt durch das Öffentliche Wirtschaftsrecht und das Steuerrecht, die das Verhältnis von Privatpersonen und Unternehmen zum Staat und seinen Behörden regeln.

Charakteristisch für den Studiengang sind die sechs Module im Bereich der Vertragsgestaltung, welche die im Wirtschaftsleben wesentlichen Rechtsfächer vom Vertragsrecht (mit Finanzierung und Kreditsicherung) über das Handels- und Gesellschaftsrecht und das Arbeitsrecht bis zum Wettbewerbsrecht und zum IT-Recht unter dem Blickwinkel der rechtlichen Gestaltung von Verträgen vertiefen und ergänzen. 

Ein weiteres berufsqualifizierendes Element bildet das Fach Mediation, das über alternative Streitschlichtungsverfahren informiert.

In den Wahlpflichtfächern können die Studierenden fachsprachliche Kompetenzen vertiefen (Doing Business in Europe) oder sich Fallstudien im Wirtschaftsrecht befassen.

Vertiefte Kenntnisse können im Rahmen eines Schwerpunktfaches, welches juristische und betriebswirtschaftliche Bestandteile kombiniert, im Arbeitsrecht (mit Personalmanagement) oder im Steuerrecht (mit Rechnungswesen/ Steuern) erworben werden.

Wirtschaft

In diesem Fachgebiet werden die für die rechtliche Beurteilung betriebswirtschaftlicher Themenstellungen erforderlichen Grundlagen vermittelt. Die Betriebswirtschaftslehre legt den Grundstein für eine erfolgreiche Entwicklung privatwirtschaftlicher Unternehmen. Demzufolge orientieren sich die Lerninhalte und Lernziele an den Zielen, Entscheidungen und Handlungen der Unternehmen, die als Gegenstand wirtschaftsrechtlicher Bewertung in Betracht kommen.

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagenfächer sind: 
  • Betriebliche Grundfunktionen
  • Rechnungswesen 

Als Schwerpunktfächer können – zusammen mit den juristischen Teilbereichen – die Gebiete Personalmanagement (mit Arbeitsrecht) Rechnungswesen/Steuern (mit Steuerrecht) gewählt werden. Hinzu kommt die Volkswirtschaftslehre , die einen Überblick über den Gesamtprozess der Wirtschaft vermittelt. Die betriebs- und volkswirtschaftlichen Kenntnisse werden in einem Unternehmensplanspiel anhand praktischer Fallkonstellationen angewandt und umgesetzt.

Informatik

Ziele der Ausbildung sind:

  • Erlernen des praktischen Umgangs mit dem PC (u. a. Umgang mit gängiger Anwendungssoftware)
  • Kennenlernen der Denk- und Arbeitsweise eines Informatikers/einer Informatikerin (z. B. Algorithmen und deren Umsetzung auf Rechnern) 
  • Einblick in wichtiger Anwendungsbereiche der Informatik (z. B. Kommunikationssysteme und Datenbanken)

Rechts- und Wirtschaftsenglisch

Die Sprachausbildung umfasst drei Phasen. 

Phase A: Ermittlung der Englisch-Vorkenntnisse der Studierenden mittels eines Online-Fragebogens 

Phase B: Aufbau- bzw. Auffrischungsprogramm auf der Grundlage der  individuellen fremdsprachlichen Kompetenz

Phase C: Erweiterung der Fremdsprachenkompetenz und der berufsbezogenen fremdsprachlichen Handlungskompetenz im Rahmen von Multimediaanwendungen

In der letzten Phase sollen die Studierenden darüber hinaus zum einen ihre Kompetenz ausbauen, zum anderen werden ihnen fachspezifische Redemittel (z. B. im Wirtschaftsrecht oder in der BWL) in der Fremdsprache vermittelt. Sie erwerben Kommunikationsstrategien, die sie in realitätsnahen Simulationen einüben. Außerdem erhalten die Studierenden einen Einblick in unterschiedliche fachspezifische Denkweisen anderer Sprachräume.

Kommunikation und Kooperation

Kommunikationsvermögen ist eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen erfolgreichen beruflichen Handelns. Eine „geglückte“ Kommunikation vermeidet einerseits vertragliche Missverständnisse. Darüber hinaus ist kommunikative Kompetenz vor allem im Bereich des Konfliktmanagements gefragt. Aus diesem Grund widmet sich die Veranstaltung Kommunikation und Streitvermeidung der Optimierung kommunikativer Prozesse und steht in einem thematischen Zusammenhang mit dem Rechtsfach Mediation.

Technik wissenschaftlichen Arbeitens

Hier werden den Studierenden die Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die für selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten in den Bereichen Wirtschaftsrecht, Betriebswirtschaftslehre und Informatik erforderlich sind.

Studienaufbau

Studienbeginn: zum Wintersemester

Studiendauer: Regelstudienzeit: einschließlich Bachelorarbeit – 9 Semester (4 ½ Jahre)

ECTS-Punkte und Workload: Die Studiendauer entspricht einem Workload von 4500 Arbeitsstunden, wofür insgesamt 180 ECTS-Punkte vergeben werden.

Abschluss: „Bachelor of Laws (LL.B.)“


Der Verbundstudiengang Wirtschaftsrecht LLB wird in einer Kooperation (Verbund) von der HS Niederrhein und der FH Südwestfalen angeboten. Beide Verbundstudiengänge haben das gleiche Curriculum und organisieren sich in einem gemeinsamen Fachausschuss, der zugleich auch in der Funktion des Prüfungsausschusses fungiert.

Der Studienbetrieb wird an beiden Hochschulen getrennt voneinander organisiert und durchgeführt.

Module

Das Studienjahr teilt sich in zwei Semester. Pro Semester sind in der Regel vier Module zu absolvieren. In höheren Semestern kommen sogenannte Wahlpflichtfächer hinzu. Die Aufteilung der Module auf die Semester stellt eine sinnvolle Abfolge der fachlich zu vermittelnden Kompetenzen dar.

Selbststudium/Lerneinheiten

Zu Beginn des Semesters erhalten die Studierenden das Lernmaterial für das gesamte Semester. Diese sogenannten Lerneinheiten werden von den Studierenden im Selbststudium bearbeitet. Der durchschnittliche Zeitaufwand beträgt ca.15 Stunden pro Woche.

Präsenzveranstaltungen

Diese finden in der Regel an Samstagen von Ende September bis Anfang Februar bzw. von Anfang März bis Mitte Juli an der Hochschule statt (durchschnittlicher Zeitaufwand pro Veranstaltung: ca. 8 Stunden). Die Teilnahme an den Präsenzveranstaltungen ist in der Regel Pflicht oder wird zumindest dringend empfohlen.

Prüfungen

Als Prüfungsformen sind Klausuren, mündliche Prüfungen und schriftliche Ausarbeitungen vorgesehen. Der Studienabschluss beinhaltet neben der schriftlichen Abschlussarbeit ein Kolloquium zur Abschlussarbeit, bei dem die Studierenden in einem Vortrag mit Diskussion die wesentlichen Elemente seiner Arbeit vertreten müssen. Näheres regelt die Prüfungsordnung (s.Dokumente und Links).

Zulassungsvoraussetzungen 

Zulassungsvoraussetzung ist in der Regel die Fachhochschulreife.

Für folgende Bewerbergruppen ist es auch möglich, ein Studium ohne Fachhochschulreife aufzunehmen:

  • MeisterIn und vergleichbar Qualifizierte (z.B. TechnikerIn, AbsolventIn zweijähriger Fachschulausbildungen, IHK-FachwirtIn oder IHK-Fachkaufmann/frau) können sich ohne Zugangsprüfung um einen Studienplatz zu bewerben.
  • Fachtreue(r) Bewerber/in mit einer mind. zweijährigen Berufsausbildung und einer mind. dreijährigen Tätigkeit im erlernten Beruf können sich auf Grund einer fachlich entsprechenden Berufsausbildung und beruflichen Tätigkeit ohne Zugangsprüfung in fachlich entsprechenden Studiengängen bewerben.
  • Sonstige beruflich Qualifizierte mit einer mind. zweijährigen Berufsausbildung und einer mind. dreijährigen Berufspraxis auch außerhalb des Ausbildungsberufs oder alternativ Erziehungs- oder Pflegetätigkeit, bei denen keine fachliche Entsprechung zwischen Berufsausbildung, Berufsausübung und Studiengang besteht, können über eine Zugangsprüfung oder ein Probestudium zugelassen werden.

In zulassungsbeschränkten Verbundstudiengängen (Auswahlverfahren) stehen für MeisterInnen, vergleichbar Qualifizierte und fachtreue BewerberInnen 2 bis 4% der Studienplätze zur Verfügung. Um die Bewerbungsfristen und Modalitäten für die Zugangsprüfung und das Probestudium rechtzeitig zu erfahren, sollte man bei Interesse frühzeitig mit dem Studierendensekretariat der Fachhochschule in Kontakt treten.


Bewerbung

Die Bewerbungsfristen enden in der Regel am 15.7. des Jahres. Bewerbungen sind direkt an die Fachhochschule Südwestfalen oder die Hochschule Niederrhein zu richten. Näheres erfahren Sie bei der Studienberatung des IfV NRW und im Studierendensekretariat der jeweiligen Fachhochschule.


Beiträge und Gebühren

Es fallen die üblichen Immatrikulations- und Rückmeldegebühren der Fachhochschulen (HS Niederrhein) sowie eine Materialbezugsgebühr von 108,47 € pro Semester an. (Stand: Oktober 2019)