Wegweiser ins Verbund­studium

Berufs­begleitend Studieren - Studien­konzept und Studien­einstieg

Was heißt Verbundstudium?

Das Verbundstudium der Fachhochschulen Nordrhein-Westfalens bietet die einzigartige Möglichkeit berufs- oder ausbildungsbegleitend einen Hochschulabschluss zu erwerben. Das Konzept setzt dabei auf ein ideales Zusammenwirken von Studium und Berufspraxis, auf eine bewährte Kombination von Selbststudien- und Präsenzanteilen sowie auf das jahrzehntelange Know-how der staatlichen Fachhochschulen NRWs in Wissenschaft, Forschung und Lehre.  Das Zusammenspiel dieser drei Elemente fördert den Studienerfolg und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie. Das Verbundstudium ist jedoch kein reines Fernstudium, sondern verbindet die Vorteile eigenverantwortlichen Lernens mit Selbststudienmaterialien mit größtmöglicher Begleitung und Unterstützung durch regelmäßige Präsenzlehre an der Hochschule.

Die berufs- und ausbildungsbegleitende Studierbarkeit wird insbesondere durch eine modularisierte Studienstruktur, eine zeitliche Streckung der Studiendauer - und damit eine Entlastung des wöchentlichen Studienaufwands (Workload) – sowie eine Aufteilung in ca. 70% Selbststudienanteil und ca. 30% Präsenzanteil sichergestellt.

Neben dem Beruf oder der Ausbildung einen international anerkannten Hochschulabschluss zu erwerben, ohne im Beruf eine Auszeit zu nehmen oder die Karriere zu unterbrechen, ist ein erstes wesentliches Element des Verbundstudiums. Der besondere Pluspunkt: Die Kombination von Studium und Berufspraxis fördert ein anwendungsbezogenes Lernen, indem Probleme und Aufgabenstellungen der beruflichen Praxis im Studium in Seminaren, Übungen, Fallstudien und Praktika mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet werden. Die beruflichen Handlungskompetenzen der Studierenden werden dadurch erweitert. Dies ermöglicht zugleich die direkte Umsetzung und Reflexion von im Studium erworbenem Wissen im Berufsalltag. So ergeben sich wertvolle Synergien zwischen Studium und Beruf.

Die Studienangebote im Verbundstudium folgen der europaweit einheitlich gestuften Studienstruktur in Bachelor- und Masterstudiengänge

Sowohl in den grundständigen berufs- und ausbildungsbegleitenden Bachelorstudiengänge als auch in den praxisintegrierten Bachelorstudiengängen (s. weiter unten) können Sie einen ersten, berufsqualifizierenden Hochschulabschluss erwerben. Das Bachelorstudium erfolgt begleitend zum Beruf oder zur Ausbildung ohne eine Auszeit im Beruf zu nehmen. Eine Zustimmung durch den Arbeitgeber ist nicht notwendig. Idealerweise ist eine Förderung Ihres Studiums durch den Arbeitgeber jedoch eine hilfreiche Stütze im Studium! In der Regel sind Arbeitgeber offen für ein begleitendes Verbundstudium und unterstützen Sie, z.B. in Form von flexiblen Arbeitszeiten, durch den betrieblichen Einsatz in studiennahen Tätigkeitsfeldern bis hin zur Übernahme der Beiträge und Gebühren. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber also durchaus darauf an.

Ein Bachelor-Verbundstudium dauert 9 Semester (4,5 Jahre) und wird nach dem European Credit Transfer System (ECTS) mit 180 Leistungs-Punkten, d.h. einem Workload von 4500 Arbeitsstunden bewertet. Je nach Studiengang ist ein Bachelor of Arts (B.A.), ein Bachelor of Science (B. Sc.) oder ein Bachelor of Engineering (B. Eng.) als Studienabschluss möglich.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Verbundstudiengängen sowie den dort verlinkten Modulhandbüchern und Prüfungsordnungen finden Sie in der Rubrik Bachelor-Verbundstudiengänge.

Als eine besondere Form des Verbundstudiums werden praxisintegrierte Bachelorstudiengänge angeboten, die sich durch eine engere Verzahnung bzw. Integration von Ausbildung bzw. Praxis und Studium sowie eine stärkere Einbindung von Unternehmen auszeichnen. Hierbei ist ein Semester in 13-wöchige Praxis- und Theoriephasen unterteilt. Ein praxisintegriertes Verbundstudium dauert 7 Semester (3,5 Jahre) und wird mit 180 Leistungs-Punkten, d.h. einem Workload von 5400 Arbeitsstunden bewertet.
Ein praxisintegriertes Studium, das ausschließlich an der FH Bielefeld angeboten wird, setzt die Kooperation mit einem der teilnehmenden Unternehmen voraus. Nähere Informationen finden Sie im Unternehmensportal auf der Webseite der FH Bielefeld.

Hinweis: Für ein berufsbegleitendes Studium haben Arbeitnehmer*innen in NRW keinen Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub! Viele Arbeitgeber gewähren die 5 Tage jedoch freiwillig. Nachfragen lohnt sich, schließlich profitiert er davon!

Im Anschluss an einen ersten Hochschulabschluss können Sie ein weiterführendes Verbundstudium im Rahmen der konsekutiven und weiterbildenden Masterstudiengänge aufnehmen, das eine wissenschaftliche Vertiefung und Spezialisierung zum akademischen Master-Grad in der Regel mit Promotionsberechtigung und/oder der Befähigung für die Laufbahnen des höheren Dienstes ermöglicht.

Während konsekutive Masterstudiengänge inhaltlich direkt auf ein fachlich entsprechendes berufsqualifizierendes Bachelor- oder Diplomstudium aufbauen bzw. dieses fachlich fortsetzen und vertiefen, führen weiterbildende Masterstudiengänge inhaltlich nicht unmittelbar ein vorangegangenes Studium fort. Vielmehr sollen die Inhalte eines weiterbildenden Masterstudiengangs die beruflichen Erfahrungen stärker berücksichtigen, an diese anknüpfen und als Aufbaustudium die beruflichen und wissenschaftlichen Kompetenzen erweitern. Weiterbildende Masterstudiengänge richten sich daher an eine Zielgruppe mit entsprechend qualifizierter Berufserfahrung von mindestens einem Jahr.

Konsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge sind in ihren Anforderungen gleichwertig und führen zu dem gleichen Qualifikationsniveau und zu denselben Berechtigungen.

Ein Master-Verbundstudium dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Semestern (2 - 3 Jahre) und wird je nach Studiendauer mit 90 ECTS oder 120 ECTS bewertet, was einem Workload von 2250 bzw. 3000 Arbeitsstunden entspricht. Je nach Studiengang ist ein Master of Arts (M.A.), Master of Engineering (M. Eng.), Master of Science (M. Sc.) oder Master of Business Administration (MBA) als Studienabschluss möglich.

Detaillierte Informationen zu den Master-Verbundstudiengängen sowie den dort verlinkten Modulhandbüchern und Prüfungsordnungen.

Wichtig: Die „qualifizierte Berufserfahrung“ kann ausschließlich nach dem Bachelorabschluss angerechnet werden! Die Berufstätigkeit während eines berufsbegleitenden Bachelorstudiums kann nicht angerechnet werden!

Lernen im Selbststudium – zu Hause und unterwegs – im Wechsel mit berufsverträglichen Präsenzphasen – fast ausschließlich an Samstagen oder in einzelnen Verbundstudiengängen auch in Blockform: das didaktische Konzept des Verbundstudiums setzt auf die Kombination beider Säulen. Weitere Informationen zu den Präsenzzeiten finden Sie auf den jeweiligen Studiengangseiten – Bachelor-Verbundstudiengänge / Master-Verbundstudiengänge, sodass Sie bereits frühzeitig planen können, wie ein Verbundstudium in den beruflichen und familiären Alltag zu integrieren ist.

Das Selbststudium vermittelt theoretisches Fach- und Methodenwissen auf aktuellem Niveau anhand von Selbststudienmaterialien (Lerneinheiten), Fachliteratur und E-Learning-Anwendungen, und erfordert die selbständige Erarbeitung der Studieninhalte nach eigenverantwortlicher Zeiteinteilung. Der Anteil am Studium beträgt ca. 70%.

Die regelmäßigen Übungen, Praktika und Seminare im Rahmen der Präsenzphasen dienen der Vertiefung und praxisnahen Anwendung des im Selbststudium angeeigneten Wissens. Insbesondere diese regelmäßigen Kontaktphasen zwischen Studierenden und Lehrenden sind ein wesentliches Herausstellungsmerkmal des Verbundstudiums gegenüber einem reinen Fernstudium. Die Präsenzlehre macht ca. 30% des Studienanteils aus.

Die Lern- und Lehrkultur im Verbundstudium setzt dabei einerseits auf die Eigenverantwortung der Studierenden für die Bearbeitung der Lerninhalte sowie Bereicherung durch berufliche Praxis- und Erfahrungsnähe. Andererseits werden die Studierenden im Rahmen der Präsenzlehre durch Professor*innen, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sowie Expert*innen aus der beruflichen Praxis in ihren Lernprozessen aktiv unterstützt und begleitet.

Eigen­verantwortliches Lernen im Selbst­studium

Das Selbststudium besteht aus

  • dem Lernen mit didaktisch aufbereiteten Lerneinheiten, die die klassischen Vorlesungsinhalte und anteilige Übungen beinhalten, teilweise ergänzt durch Fachliteratur und E-Books
  • dem kooperativen Lernen durch Nutzung der Lern- und Kommunikationsplattformen sowie E-Learning-Anwendungen der Hochschulen
  • der selbstständigen Anwendung fachlicher und wissenschaftlicher Methoden (z.B. Arbeiten in Lerngruppen, im Beruf, in Projekten, in Teams)

Die von erfahrenen Lehrenden konzipierten und didaktisch aufbereiteten Lerneinheiten beinhalten alle theoretischen Lehrinhalte in gedruckter und digitaler Form inklusive anteiliger Übungen mit Musterlösungen zur Verfestigung des Wissens und Feststellung der eigenen Lernfortschritte. Im Gegensatz zu einem Präsenzstudium, in dem die Lehrinhalte im Rahmen von Vorlesungen an der Hochschule vermittelt werden, werden die Lerneinheiten im Verbundstudium von den Studierenden nach eigener Zeiteinteilung eigenverantwortlich erarbeitet.

E-Learning, digitale Kommunikation und online Zusammenarbeit sind ein wesentlicher Baustein im berufsbegleitenden Verbundstudium. Die Lern- und Kommunikationsplattformen der Hochschulen unterstützen die Selbstlern- und Präsenzphasen sowie die Studienorganisation. Die Online-Angebote sichern – auch zwischen den Präsenzphasen – die Kommunikation mit den Lehrenden sowie den kontinuierlichen Austausch mit Mitstudierenden und helfen dabei, während des Studiums ein nachhaltiges Kompetenz-Netzwerk aufzubauen.

Den zeitlichen Aufwand für das selbständige Lernen zu benennen, ist dabei nicht einfach. Hierbei kommt es in hohem Maße auf die jeweiligen individuellen Voraussetzungen an. Grundsätzlich sollte man von einem Lernaufwand von ca. 15 Stunden pro Woche (im Masterstudium etwas mehr) ausgehen. Dabei kann der Aufwand je nach Lerntyp und nach Modul im Studienverlauf durchaus variieren.

Aktives Lernen in Präsenzveranstaltungen an der Hochschule  

Die regelmäßige Präsenzlehre ist – im Gegensatz zum reinen Fernstudium – ein wesentliches Herausstellungsmerkmal des Verbundstudiums. Im Rahmen der Präsenzlehre wird das im Selbststudium erworbene Wissen der Module des jeweiligen Semesters vertieft, angewendet und gefestigt. Eine gute Vorbereitung auf die Präsenzveranstaltungen ist daher das A und O für eine aktive und erfolgreiche Teilnahme! Planen Sie daher eine kontinuierliche Vorbereitung auf die Veranstaltungen mit ein. Darüber hinaus ist der regelmäßige Kontakt zu Lehrenden und Kommiliton*innen eine wesentliche Stütze im berufsbegleitenden Verbundstudium und sichert Lernfortschritte durch kontinuierliche Rückkopplung des Lernstands.

Neben der Klärung von Fachfragen, die während des Selbststudiums auftreten, steht die Lehre im Verbundstudium ganz im Zeichen der Begleitung und Förderung individueller Lernprozesse, der Kompetenzentwicklung und des problemorientierten Arbeitens. Die praxiserfahrenen Lehrenden beraten und begleiten die Studierenden bei der Anwendung und Erprobung des erlernten Fach- und Methodenwissens anhand konkreter Fallbeispiele und Probleme aus der beruflichen Praxis. Im Rahmen aktivierender Lehrformen wird durch Anknüpfung an vorhandenem Wissen somit ein fachlich vernetztes Denken gefördert, das in Übungen und (Labor-)Praktika, aber auch in Seminaren, Projektarbeiten und Planspielen praxisnah umgesetzt wird.

Um eine intensive Begleitung und Diskussion zu ermöglichen, erfolgt die Präsenzlehre in überschaubaren Studiengruppen, die nach regionalen Gesichtspunkten zusammengestellt werden. Dadurch bieten die Präsenzphasen insbesondere auch Raum für gemeinsames Lernen sowie soziale Kontakte und gemeinsamen Austausch – und schaffen so wichtige Ergänzungen für das Lernen in der Selbststudienphase.

Zeitliche Organisation der Präsenzveranstaltungen

Die Präsenzveranstaltungen an der Hochschule finden im Wintersemester von September bis Januar, im Sommersemester von März bis Juli statt. Vor dem eigentlichen Studienbeginn findet in den meisten Verbundstudiengängen eine Einführungsveranstaltung (samstags!) statt. Nach Möglichkeit sollen die NRW-Sommerferien studienfrei bleiben, was jedoch aufgrund der variablen Ferientermine nicht immer möglich ist.

In den meisten Studiengängen besteht das Semester aus 8 Präsenztagen in 14-täglichem Rhythmus. Daran schließen sich ebenfalls im 2-wöchigen Rhythmus zwei Prüfungstage an. Ein Präsenztag hat in der Regel 8 Unterrichtsstunden verteilt auf die Module (Fächer) eines Semesters. Dabei haben sich in den letzten Jahren verschiedene Modelle entwickelt. Mittlerweile gibt es Studiengänge, bei denen Sie jeden Samstag während des Semesters einplanen müssen. Ebenso sind Blockveranstaltungen möglich oder Präsenzen, die zwar nur einmal im Monat, dafür jedoch von Freitagmittag bis Samstagnachmittag dauern. Die aktuellen Präsenzpläne sind in der Regel auf den Webseiten der Hochschulen für die jeweiligen Verbundstudiengänge hinterlegt und können auf den jeweiligen Studiengangseiten – Bachelor-Verbundstudiengänge / Master-Verbundstudiengänge unter der Rubrik «Dokumente und Links» gefunden werden.

Die Verbundstudiengänge stellen rechtzeitig vor Semesterbeginn die Präsenz- und Prüfungspläne mit allen wichtigen Terminen zur Verfügung, sodass ggf. Absprachen mit Kolleg*innen und Vorgesetzten möglich sind.

Kooperatives Lernen in studentischen Lerngruppen

Das Selbststudium sollte nicht ausschließlich als „isoliertes Lernen“ betrachtet werden – im Gegenteil: rein isoliertes Lernen führt häufig nicht zum gewünschten Lernerfolg.

Neben der Anwendung und Reflexion des Gelernten im Rahmen der Präsenzlehre und der betrieblichen Praxis bilden u.a. studentische Lern- und Arbeitsgruppen eine weitere wichtige Säule im Verbundstudium. Innerhalb der regionalen Studiengruppen schließen sich die Verbundstudierenden zu kleinen Lerngruppen zusammen, um sich gegenseitig bei der Bewältigung des Lernstoffs und den Anforderungen im Studium zu unterstützen. Im Team diskutieren Sie die Probleme und Aufgabenstellungen vor dem Hintergrund Ihrer Berufserfahrung und profitieren vom Wissen und der Erfahrung der Lerngruppenmitglieder.

Hier ergeben sich aus Fähigkeiten und Stärken jedes Einzelnen wertvolle Synergieeffekte:

  • einander ergänzende Kompetenzen können gewinnbringend genutzt werden,
  • das Selbstvertrauen wird gestärkt,
  • die Teamfähigkeit wird gefördert,
  • die Motivation wird gestützt,
  • und last but not least werden oftmals auch Freund*innen für´s Leben gefunden.

Verbund der staat­lichen Fach­hoch­schulen in NRW

Die hochschulübergreifende Zusammenarbeit der staatlichen Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen und die effektive Nutzung der jeweiligen wissenschaftlichen Ressourcen und des vorhandenen Know-hows in Forschung und Lehre sind ein wesentlicher Qualitätsgarant des Verbundstudiums. Sie ermöglichen ein breites Angebot akkreditierter, d.h. von unabhängigen Gutachtern hinsichtlich Qualität und Studierbarkeit geprüfter und zertifizierter Bachelor- und Masterstudiengänge. Die Verknüpfung von Forschung und Praxis sowie ein umfassendes Qualitätsmanagement sorgen für eine kontinuierliche Verbesserung der Rahmenbedingungen und ein optimales Studien-/Lernergebnis.

Die Verbundstudiengänge werden von den Mitgliedshochschulen in eigenständigem Studienbetrieb an einem ihrer Standorte angeboten und verantwortet. Bewerbungen sind daher immer an diejenige Hochschule zu richten, die den Studiengang anbietet. Zurzeit werden vier Verbundstudiengänge in Kooperation angeboten, d.h. mit gemeinsamem Studienbetrieb im Wechsel an beiden Hochschulen. Im Falle der kooperativen Studiengänge können Sie sich an beiden Hochschulen bewerben. Im Hinblick auf Zulassungsbeschränkungen können Sie somit Ihre Chancen auf einen Studienplatz erhöhen. Letztlich müssen Sie sich jedoch für eine der beiden Alternativen entscheiden.

Die Hochschulen werden bei der Durchführung ihrer Studienangebote vom Institut für Verbundstudien (IfV NRW) in Hagen als Serviceeinrichtung des Hochschulverbundes beraten, administrativ unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

Der Weg ins Verbundstudium

Information, Beratung, Entscheidung

Einer gezielten und bewussten Studienwahl geht idealerweise eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Besonderheiten und Herausforderungen eines berufs- oder ausbildungsbegleitenden Verbundstudiums voraus. Es geht also zum einen darum, den individuell passenden Studiengang zu finden und auf der anderen Seite, das besondere Studienkonzept mit Ihrer aktuellen Lebenssituation abzugleichen.

Einen ersten Überblick über das Verbundstudienangebot finden Sie auf den jeweiligen Studiengangseiten – Bachelor-Verbundstudiengänge / Master-Verbundstudiengänge.
Wichtige studiengangbezogene Informationen finden Sie dort insbesondere

  • im Modulhandbuch,
  • und der Prüfungsordnung.

Die regelmäßig an den beteiligten Hochschulen stattfindenden Informationsveranstaltungen unterstützen Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung. Sie vermitteln Ihnen das Konzept und die Anforderungen eines Verbundstudiums, und geben Ihnen Gelegenheit, Ihre Motivation, Ihre Interessen und Möglichkeiten damit abzugleichen. Des Weiteren erhalten Sie inhaltliche Informationen zum Studienaufbau, zur Studienorganisation, zu den Studieninhalten und Berufsperspektiven sowie formale Hinweise zu den Zulassungsbedingungen und Bewerbungsverfahren. Die Professor*innen, Dozent*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen stehen Ihnen dabei als Ansprechpartner *innen für offene Fragen zur Verfügung. Für die Verbundstudiengänge, die im Wintersemester beginnen, liegen die Termine in der Regel in den Monaten Mai und Juni, für das Sommersemester im Dezember und Januar. Aktuelle Termine der Informationsveranstaltungen.

Die allgemeine Studienberatung im Institut für Verbundstudien NRW (IfV NRW) ist die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Verbundstudium. Ganz gleich, ob Sie sich einen ersten Überblick zum Studienangebot verschaffen möchten oder bereits studieren: Wir stehen Ihnen als Ansprechpartner*innen telefonisch, per Email oder in einem persönlichen Beratungsgespräch zur Seite. Unsere Kontaktdaten finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Zulassungsvoraussetzung, Bewerbung, Einschreibung, Kosten

Hinweis: Die praxis­integrierten Bachelor­studien­gänge erfordern für die Be­werbungen einen Ver­trag mit einem der ko­operierenden Unter­nehmen der FH Bielefeld.

Zulassungsvoraussetzungen

Haben Sie Ihre Studienwahl getroffen, prüfen Sie bitte frühzeitig, ob Sie die Zulassungsvoraussetzungen des gewählten Verbundstudiengangs erfüllen.

In der Regel benötigen Sie für grundständige Bachelorstudiengänge die Fachhochschulreife. Mitunter sind noch andere Anforderungen zu berücksichtigen, wie z.B. ein Vorpraktikum oder Berufserfahrung. Nähere Informationen finden Sie auf den jeweiligen Studiengangseiten – Bachelor-Verbundstudiengänge / Master-Verbundstudiengänge unter der Rubrik «Voraussetzungen, Bewerbungen, Gebühren».

Bachelorstudium ohne Fachhochschulreife

Für folgende beruflich qualifizierte Bewerbergruppen ist es auch möglich, ein Bachelorstudium ohne Fachhochschulreife aufzunehmen:

  • Meister*innen und vergleichbar Qualifizierte (z.B. Techniker*innn, Absolvent*innen zweijähriger Fachschulausbildungen, IHK-Fachwirt*innen oder IHK-Fachkauffrau/-mann) können sich ohne Zugangsprüfung um einen Studienplatz bewerben.
  • Fachtreue Bewerber*innen mit einer mind. zweijährigen Berufsausbildung und einer mind. dreijährigen Tätigkeit im erlernten Beruf können sich auf Grund einer fachlich entsprechenden Berufsausbildung und beruflichen Tätigkeit ohne Zugangsprüfung in fachlich entsprechenden Studiengängen bewerben.
  • Sonstige beruflich Qualifizierte mit einer mind. zweijährigen Berufsausbildung und einer mind. dreijährigen Berufspraxis auch außerhalb des Ausbildungsberufs oder alternativ Erziehungs- oder Pflegetätigkeit, bei denen keine fachliche Entsprechung zwischen Berufsausbildung, Berufsausübung und Studiengang besteht, können über eine Zugangsprüfung oder ein Probestudium zugelassen werden.

In zulassungsbeschränkten Verbundstudiengängen (Auswahlverfahren) stehen für Meister*innen, vergleichbar Qualifizierte und fachtreue Bewerber*innen 2 bis 4% der Studienplätze zur Verfügung. Um die Bewerbungsfristen und Modalitäten für die Zugangsprüfung und das Probestudium rechtzeitig zu erfahren, sollten Sie bei Interesse frühzeitig mit den Studierenden-Services der jeweiligen Fachhochschule in Kontakt treten.

Masterstudiengänge

Für konsekutive Masterstudiengänge ist ein erster berufsqualifizierender Studienabschluss zumeist mit einer Mindestnote Voraussetzung für die Aufnahme des Studiums. Sofern eine Mindestnote gefordert wird, ist das Erreichen dieser Note zwingend erforderlich und Ausnahmen sind nicht möglich.

Weiterbildende Masterstudiengänge setzen neben einem ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss zusätzlich eine qualifizierte Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr voraus.

Bewerbung

Wenn Sie die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen Ihres gewählten Verbundstudiengangs erfüllen, können Sie sich bei der anbietenden Hochschule um einen Studienplatz bewerben. Bewerbungen richten Sie ausschließlich an die jeweilige Hochschule!

Die Bewerbung erfolgt in der Regel online über das Bewerbungsportal. Für beruflich Qualifizierte ohne Fachhochschulreife halten die Hochschulen gesonderte Bewerbungsanträge auf ihren Webseiten bereit. Nehmen Sie Kontakt zu den Studierenden-Services der Hochschulen auf.

Einige zulassungsbeschränkte Verbundstudiengänge werden bei der Vergabe der Studienplätze durch das dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) auf www.hochschulstart.de  unterstützt. Das DoSV vernetzt die Zulassungsprozesse der teilnehmenden Hochschulen und gleicht die Zulassungsangebote ab. So wird sichergestellt, dass Studienplätze schneller vergeben und freibleibende Studienplätze vermieden werden. Ob Ihr Verbundstudiengang an diesem Verfahren teilnimmt, erfahren Sie im Bewerbungsportal der Hochschule.

Bitte beachten Sie, dass in einzelnen Studiengängen auch abweichende oder verlängerte Bewerbungsfristen gelten können. Prüfen Sie rechtzeitig die konkreten Fristen bei der jeweiligen Hochschule! Zu spät eingereichte Bewerbungen können leider nicht berücksichtigt werden!

Hinweis: Beruflich Qualifizierte, die eine Zulassungsprüfung ablegen müssen, sollten sich frühzeitig nach Terminen erkundigen. In der Regel liegen Termine für Zulassungsprüfungen deutlich vor den regulären Bewerbungsfristen!

Bitte beachten Sie die Bewerbungsfristen!
Je nachdem, ob Ihr gewählter Verbundstudiengang zum Wintersemester oder Sommersemester startet, gelten in der Regel folgende Bewerbungsfristen:

  • Bewerbung zum Sommersemester: ab Anfang Dezember bis zum 15.1. des Jahres
  • Bewerbung zum Wintersemester: ab Anfang Mai bis zum 15.7. des Jahres.
     

Einschreibung

Wenn Sie im Zulassungsverfahren eine Studienplatzzusage erhalten, werden Sie gebeten, sich innerhalb einer bestimmten Frist an der Hochschule einzuschreiben (zu immatrikulieren). Erst hier müssen Sie in der Regel Ihre Originalunterlagen bzw. beglaubigte Kopien (Zeugnisse etc.) vorlegen. Nach erfolgter Einschreibung und Überweisung der Beiträge und Gebühren erhalten Sie Ihre Einschreibeunterlagen (Studierendenausweis, ggf. NRW-Semesterticket etc.) sowie wichtige Informationen und Termine zum Studienstart.

Kosten

Die Kosten für ein Verbundstudium sind überschaubar. Zuzüglich zu den üblichen Semestergebühren der anbietenden Hochschulen (teilweise mit NRW-Semesterticket) zahlen Sie eine Materialbezugsgebühr für die Bereitstellung der Lerneinheiten. Diese variiert je nach Studiengang und orientiert sich am Workload der Module und dem Materialumfang. Weiterbildende Masterstudiengänge müssen sich per Gesetz selbst tragen, weshalb hier ein höherer Beitrag pro Semester erhoben wird. Da es sich hierbei um eine Weiterbildungsgebühr handelt, ist kein Semesterticket enthalten. Einige Hochschulen bieten die Möglichkeit, gegen zusätzliche Zahlung ein NRW-Ticket zu erwerben. Nähere Informationen zu den Kosten finden Sie auf den jeweiligen Studiengangseiten – Bachelor-Verbundstudiengänge / Master-Verbundstudiengänge unter der Rubrik «Voraussetzungen, Bewerbungen, Gebühren».

Guter Studienstart und erfolgreiches Studium

Nach erfolgreicher Einschreibung beginnt das Studium mit einer Einführungsveranstaltung zu Beginn des ersten Semesters. In der Einführungsveranstaltung erhalten Sie wichtige Informationen zum Studienbeginn. Sie lernen Ihre Professor*innen und Dozent*innen, Ihre zukünftige Studiengruppe sowie wichtige Einrichtungen der Hochschule kennen. Sie erhalten die Lerneinheiten für das erste Semester sowie Hinweise zur Studienorganisation, Lern- und Kommunikationsplattformen und dem Prüfungswesen. Insbesondere wird die Bildung von Lerngruppen unterstützt, sodass Sie sich frühzeitig mit Ihren Mitstudierenden vernetzen und Lerngruppen und Fahrgemeinschaften bilden können. In Workshops werden Ihnen hilfreiche Methoden des Selbstmanagements und des effektiven Lernens und Arbeitens im Verbundstudium vermittelt, damit Sie das nötige Rüstzeug für einen gelungenen Studienstart im Gepäck haben.

In der Studieneinstiegsphase bieten wir Ihnen sowohl Workshops als auch Beratung zu Selbstmanagement und Lerntechniken an, die Ihnen im Studienalltag und bei der Weiterentwicklung Ihrer Lernkompetenz nützen.

Darüber hinaus stehen Ihnen Selbstlernmaterialien zu Lernkompetenzthemen zur Verfügung, die Ihnen auch schon bei der Vorbereitung Ihres Studiums einen Eindruck vermitteln, was für ein erfolgreiches Verbundstudium wichtig werden wird, wie Sie Ihr Studium mit Rücksicht auf Beruf, Familie und Freizeit optimal organisieren, und mit welchen Lerntechniken Sie Ihr Studium effektiver gestalten können:

Wir beraten Sie zu Studienwahl und im Rahmen des Studieneinstiegs auch gerne persönlich. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail mit Ihrem Anliegen. Gerne vereinbaren wir mit Ihnen individuelle Beratungstermine!

Studienberatung

Andreas Dordel
Dagmar Driesen
Anita Lensing


IfV NRW
Im Alten Holz 131
58093 Hagen