Mit Lernkarteien Lernstoff verinnerlichen

Das Lernen mit der Lernkartei empfiehlt sich insbesondere für das regelmäßige Wiederholen oder Auswendiglernen von Lernstoff über einen längeren Zeitraum. Dies können z.B. Vokabeln, Begriffe, Definitionen, Formeln, aber auch umfangreicher Lernstoff sein, der in einer Lernkartei in kleinere Einheiten mit einer Frage-/Antwort-Systematik im Sinne von Prüfungsfragen abgebildet wird.
Diese von Sebastian Leitner bereits in den 70er Jahren entwickelte Methode (Leitner 1973) ist auch heute noch hilfreich, um Lerninhalte über einen längeren Zeitraum vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis zu überführen. Die Methode beruht auf dem Prinzip verteilter Wiederholungen in zunehmenden zeitlichen Intervallen.

Basteln Sie sich aus einer Pappschachtel einen Karteikasten der mit Trennwänden in drei bis fünf Fächer unterteilt ist oder kaufen Sie sich einen im Fachhandel mit passenden Karteikarten. Die einzelnen Fächer der Lernkartei sollten dabei unterschiedlich groß sein und von vorne
nach hinten größer werden.

Karteikarten anlegen
Alles was Sie lernen möchten, schreiben Sie nun auf Karteikarten. Dabei reduzieren Sie den Stoff auf Schlagwörter oder kurze Sätze. Pro Karteikarte wird grundsätzlich nur ein Sachverhalt festgehalten. Auf der Vorderseite können Sie z.B. eine Vokabel oder Formel, einen Fachbegriff oder eine Frage aufschreiben, auf der Rückseite die dazugehörige Erklärung, Definition oder Antwort.

Nun kommt die Systematik der nach hinten größer werdenden Fächer ins Spiel: Diese bilden nämlich unterschiedliche Lernlevel des Gelernten ab. Alle Karten kommen zu Beginn in das erste Fach, auch bei späteren Ergänzungen kommen die neuen Karten immer in das erste Fach. Sie lernen nun mit den Karten, indem Sie jeweils eine Karte nehmen, die Frage oder das Stichwort lesen, sich die Antwort genau überlegen und dann die Karte drehen und die Antwort überprüfen. Die Karte wird anschließend wieder abgelegt: war die Antwort richtig, in das zweite Fach, war die Antwort falsch, wieder zurück in das erste Fach. Je nachdem, wie viele Fächer Sie anlegen, können Sie dieses Prinzip nach unterschiedlichen Lernlevels abstufen, die den Grad des jeweiligen Lernstands abbilden bis Sie Ihr Lernziel erreicht haben und der Lernstoff gut eingeprägt ist. Die Karten des ersten Fachs werden z.B. täglich durchgearbeitet. Die Karten des zweiten Fachs werden jeden 2. Tag wiederholt. Die richtigen Antworten werden dann in das dritte Fach gesteckt. Dies wird dann jeden 3. Tag wiederholt, usw. Sie können die Lernintervalle auch an Ihren Lernrhythmus und Ihre zeitlichen Ressourcen anpassen. Wichtig ist nur, dass Sie dem Prinzip der zunehmenden zeitlichen Lernintervalle folgen!
- Strukturierung des Lernstoffs
- Regelmäßige Wiederholung
- Individuelle Lerngeschwindigkeit
- Erfolgskontrolle und Erfolgserlebnisse
Lernkarteien sind auch gut geeignet, um sich zu zweit vorzubereiten, indem man sich gegenseitig abfragt und korrigiert.
