Mind Mapping ist eine weitere, sehr nützliche kognitive Methode zur visuellen Erschließung und Darstellung eines Themenkomplexes, von Zusammenhängen, zur Gliederung, Planung, Problemlösung oder zur kreativen Ideenfindung (Buzan 1999). Sie eignet sich insbesondere dazu, Lerninhalte zu strukturieren, zu ordnen, sinnvoll zu reduzieren, übersichtlich darzustellen und zu verdichten (Metzig/Schuster 2006, S. 117ff.).

Sie können eine Mind Map beispielsweise dazu nutzen, Ihre im vorangegangenen Kapitel durchgearbeitete Lerneinheit auf einem Blatt Papier stichwortartig in ihren Zusammenhängen zu skizzieren. So erhalten Sie einen guten Überblick, den Sie als Erinnerungsstütze an die Wand heften können, um immer mal wieder einen Blick darauf zu werfen und so Ihre Behaltensleistung zu steigern.

Aber auch für die Planung z.B. einer Hausarbeit, kann eine Mind Map ein hilfreiches Instrument sein, um in einem ersten Schritt zunächst einmal alle Stichworte zu sammeln, die zum Thema der Arbeit gehören, und diese in einer ersten Struktur bzw. Skizze zu ordnen.

Nicht-lineare Baumstruktur

Mind Maps sind baumartige Zeichnungen, die verschiedene Stichworte – oder auch Schlüsselworte – zu einem Thema strukturieren oder hierarchisch ordnen. Sie haben gegenüber to-do-Listen oder schriftlich skizzierten Brainstormings den Vorteil, dass sie nicht linear sind, weder in der Ausführung noch später, wenn sie als Erinnerungsstütze herangezogen werden. Während das Gehirn nach Lösungen sucht, springt es hin und her, befasst sich mit dem einen Punkt und im nächsten Moment mit einem anderen. Auf diese Weise sammelt es assoziativ alles, was zum Thema gehört. 

Netzwerk Langzeitgedächtnis

Mind Maps bilden die im Langzeitgedächtnis in Form von Netzwerken repräsentierten Informationen durch eine grafische Verknüpfung von Schlüsselbegriffen und ihren hierarchischen Verästelungen als eine komplexe Verzweigungsstuktur ab (Metzig/Schuster 2006, S. 120).

In der Phase der Ideensammlung kann es eher hemmend sein, wenn versucht wird, in der linearen Reihenfolge von ganzen Sätzen vorzugehen. Auch bei größeren Projekten, bei denen man den Überblick behalten oder noch gewinnen will, bietet es sich an, Mind Maps für die erste Strukturierungsarbeit heranzuziehen. Das gleiche gilt auch für größere Textmengen. Mind Maps eignen sich ganz hervorragend, Grundstruktur und das Argumentationsgerüst ganzer Bücher wiederzugeben.

Textversion

Wie es funktioniert

Man legt ein DIN-A4-Blatt ohne Linierung und bunte Stifte zurecht. Das Blatt nimmt man quer, wählt eine Farbe und schreibt in die Mitte in Druckbuchstaben den Begriff für das Thema, um das es geht, z. B. Selbstmanagement. Mit der gleichen Farbe wird der Begriff umkreist. Von dort aus verzweigen sich auf dem Blatt rund um den Begriff zunächst die Hauptäste.

Auf ihnen werden im Uhrzeigersinn bis zu sieben (wegen der Übersichtlichkeit) Oberbegriffe vermerkt, die für das Thema die größte Bedeutung haben. Für das Thema Selbstmanagement wären das im Sinne dieser Lerneinheit:

  • Zeitmanagement
  • Motivation
  • Lernen
  • Lebensbalance

Wiederum von jedem einzelnen dieser Begriffe werden weitere Äste abgezweigt. Auf ihnen befinden sich Unterpunkte, die für die Oberbegriffe wichtig sind und sie konkreter machen.

  • So können von dem Begriff Lernen weitere Verzweigungen vorgenommen werden, z.B. 
    Lernstile
  • Lerngruppen
  • Lesen und Behalten
  • Arbeitsplatz

Weitere Verzweigungen von dem Begriff Lebensbalance könnten sein
Beruf und Finanzen

  • Familie und Freunde
  • Gesundheit
  • Lebenssinn

Auf diese Weise erhält man einen Überblick über alle Informationen, die für das aktuelle Thema relevant sind. 

Mind-Mapping hat sich inzwischen in allen Lern-, Arbeits- und Kreativprozessen etabliert, denn es enthält in kreativer Zusammenführung sehr viele der in der Gedächtnispsychologie als effektiv nachgewiesenen Elemente, wie z.B.
 

  • Die Reduktion des Lernstoffes auf das Wesentliche
  • Die anschauliche Verknüpfung der Ideen untereinander und mit bereits vorhandenem Wissen
  • Die Visualisierung und die eigene emotionale Beteiligung durch die Möglichkeit der ästhetischen und kreativen Gestaltung