Schreiben und Reden

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie mit großen Schritten auf das Ende Ihres Studiums zugehen.

Sie haben ein umfassendes Wissen erworben, das Ihnen ermöglichen wird, auf der Karriereleiter einige Sprossen höher zu klettern.

Doch zuvor sind Sie dazu aufgefordert, Ihr Wissen angemessen darzubieten.

Anstatt sich jetzt jedoch mit Prüfungsängsten zu plagen, sollten Sie die Pflicht in Kür verwandeln: Indem Sie Ihrem Abschluss durch eine ausgefeilte Präsentation einen letzten Schliff verleihen!

Erleichtern Sie sich den Einstieg in Ihre Abschlussarbeitdurch ein Thesenplakat.
Und bedenken Sie auch, dass ein Vortrag oder eine mündliche Prüfung durch ausgewählte Medien und eine selbstbewusste Haltung besonders überzeugend wirken.

Prüfungen

Prüfungen – ob mündlich oder schriftlich – sind die mittelfristigen Ziele Ihres Lernens. Jede Prüfung bringt Sie Ihrem Abschluss näher!

Aber trotzdem sind sie oft nicht Anlässe reiner Freude. Während man Freunden gern die Tastenfunktionen des neuen Mobiltelefons erläutert, kann die Aussicht, dem Dozenten zu präsentieren, was man weiß, zu Beklemmungen führen. Klar: eine Prüfung ist eine Bewertungssituation.

Doch grundsätzlich gilt: Nicht Sie werden geprüft, sonder Ihr Wissen. (Beim TÜV stehen ja auch nicht Sie selbst auf der Rampe, sondern Ihr Auto. Klar, ein bisschen nervös ist man auch dort, denn wenn der Wagen nicht durchkommt, kann es teuer werden. Aber mehr auch nicht). Und so ist es mit den Prüfungen. Selbst wenn man durchfällt gibt’s in der Regel noch mind. eine zweite Chance.

Um die Anspannung zu mindern, kann man in Vorfeld einiges tun. Für Sie als berufstätige Verbundstudierende ist eine sorgfältig geplante Prüfungsvorbereitung besonders wichtig. Denn Sie haben in der Regel wenige Möglichkeiten, sich kurzfristig vor Prüfungen zum Lernen frei zu nehmen. Tipps zum effektiven Zeitmanagement finden Sie in „Überblick gewinnnen”. Und grundsätzlich gilt: Nie eine Nacht vor der Prüfung lernen!

Checkliste

Daher sollte Sie frühzeitig die Checkliste zur Prüfungsvorbereitung durchgehen :

1.) Was wird verlangt?

  • Zeitlicher Umfang und Ablauf der Prüfung klären
  • Wissensumfang beim Prüfer erfragen und ggf. eingrenzen lassen
  • Erfahrungen sammeln durch Kontakt mit älteren Fachsemester (z.B. auch online über die Lernplattform Ihrer Hochschule)

2.) Was kann ich schon/Was fehlt mir noch?

  • Checkliste über den Wissenstand pro Fachgebiet herstellen: was kann ich schon, was fehlt mir noch? (oder mit Hilfe des Karteikastensystems)
  • Welcher Lerntyp bin ich? (siehe Lernstile). Nutzt es, mir die Texte selbst auf Band zu sprechen und dann abzuhören? Hilft mir eventuell ein Mind-Map?
  • Bei schriftlichen Prüfungen: Sich in die Rolle des Prüfers hineinversetzen und sich Fragen stellen, die schriftlich beantwortet werden.
  • Bei mündlichen Prüfungen: Die Prüfung vorher mehrmals simulieren (Lerngruppe)

3.) Wer kann mir helfen?

  • Freunden und Familienmitglieder die Lerninhalte in eigenen Worten erklären. Zum Beispiel kann man technische Zusammenhänge in Form einer „Gebrauchsanweisung“ formulieren.
    • Die Lerngruppe zur Prüfungssimulation einsetzen. Im besten Fall mit Hilfe einer Videokamera. Dort erfährt man sofort wie verschieden die Eigen- und die Fremdwahrnehmung sein können. Möglich ist auch eine Präsentation über Webcam und Web-Konferenzsysteme.

    Autogenes Training

    Trotzdem sind und bleiben Prüfungssituationen eine spannende Sache – und machen gern ein bisschen nervös.Das dürfen und sollen sie auch, denn die Anspannung dient zur höheren Konzentration. Wenn der Stress jedoch zuviel wird, sind für mehr Gelassenheit bei Prüfungen Entspannungstechniken zu empfehlen. Besonders bewährt haben sich das autogene Training und die progressive Muskelentspannung. Kurse dazu bieten die meisten Erwachsenenbildungsstätten an. Oder noch besser: Direkt bei dafür ausgebildeten PsychologInnen und PsychotherapeutInnen trainieren. Diese Kurse werden von vielen Krankenkassen mit bis zu 80% bezuschusst!

    Thesen-Plakat

    Die meisten berufsbegleitend Studierenden haben nicht die Möglichkeit, sich über Wochen oder gar Monate ausschließlich oder kontinuierlich mit Ihrer Abschlussarbeit zu beschäftigen.

    Sie stehen vor der Herausforderung, sich während Ihrer Berufstätigkeit größere Zeitfenster schaffen zu müssen und trotz längerer Unterbrechungen den roten Faden nicht zu verlieren.

    Und dabei die entscheidenden Fragen zu reflektieren:

    • Wie fang ich an?
    • Welche Literatur ist relevant?
    • Was gehört dazu und was nicht?
    • Worin soll ich den Schwerpunkt setzen und worin nicht?

    Vielleicht haben Sie schon eine These überlegt, einige Textteile angefertigt, Gedanken und Ideen skizziert oder Literatur gesichtet. Doch nun sitzt man wie vor einem Haufen Puzzleteilchen und könnte alles an die Wand werfen. Gute Idee!

    Eine Methode, die den Einstieg in die Abschlussphase erleichtern kann, ist:

    Das Thesen-Plakat

    Dazu braucht man Packpapier (z. B. 1 m hoch x 1,5 m breit) und größere Post-It’s.
    Das Packpapier kommt als Plakat an die Wand. Als Überschrift kommt Ihre These oder zumindest der (Arbeits-)Titel Ihrer Abschlussarbeit auf das Plakat.

    Auf die Post-It’s schreiben Sie alles, was Sie für die Abschlussarbeit relevant finden: Literaturhinweise, Gedanken und Ideen in Stichworten usw. Und zwar immer dann, wenn Ihnen spontan etwas einfällt, was eventuell für Ihre These interessant sein könnte. Mit diesem Prozess können Sie schon Wochen und Monate vor Ihrer eigentlichen Abschlussphase beginnen!

    Zwischendurch ordnen Sie jene Zettelchen zu einander, deren Aspekte in einem sinnhaften Zusammenhang stehen. Dabei entstehen Cluster, die sich eventuell zu einzelnen Kapiteln Ihrer Abschlussarbeit entwickeln können.

    Sie werden merken, dass schon der Prozess des Zuordnens Ihnen helfen wird, Zusammenhänge zu erkennen, Wichtiges von – für Ihre These – Unwichtiges zu unterscheiden und sich auch von Aspekten leichter zu trennen, die nicht sinnvoll oder überflüssig sind. Wie? Post-It’s nehmen, zerknüllen und weg werfen!

    So kann über Wochen und Monate die Grundstruktur Ihrer Abschlussarbeit entstehen und Ihnen den Einstieg in die Schreibphase erleichtern.

    Präsentation mit Medien

    Informationen prägen sich dann besonders intensiv ein, wenn wir sie umfassend wahrnehmen können – das heißt: mit so vielen Sinnen, wie möglich und angemessen.

    Daher ist es einleuchtend, dass beispielsweise für einen Vortrag mehr als nur die Stimme eingesetzt werden sollte. Bringen Sie über den auditiven Kanal hinaus auch visuelle und kinästhetische Präsentationen ins Spiel.

    Visuell

    • Flip Chart und Pinnwände erlauben Ihnen eine freie Gestaltung der Präsentation während des Vortrags. Dies unterstützt die Lebendigkeit Ihrer Darstellung. Dennoch sollten Sie sich schon im Vorfeld überlegt haben, welche Informationen Sie auf diese Weise vermitteln wollen und wie das Ergebnis aussehen soll. Hierfür können Sie sich Stichpunkte auf Moderationskarten zusammenstellen.
    • Overhead-Folien lassen sich gut vorbereiten, flexibel handhaben und durch die entsprechenden Marker auch handschriftlich ergänzen.
    • Power Point Präsentationen erfordern eine genaue Vorbereitung und können bei guter Beherrschung der Technik Ihrem Vortrag einen sehr professionellen Anstrich verleihen. Hierbei ist es selbstverständlich, dass Sie die Schlüsselworte und Stichpunkte Ihrer Präsentation keinesfalls ablesen! Sie dienen lediglich zur visuellen Unterstützung Ihres ausformulierten und frei gesprochenen Vortrags.

    Kinästhetisch

    Bleiben Sie in Bewegung durch:

    • den Wechsel zwischen den oben genannten Medien und
    • wechseln Sie hierbei wiederum zwischen den Ausdrucksformen, beispielsweise:
      • Schlüsselwörtern
      • Diagrammen und
      • Merksätzen
    • Verharren Sie auch selbst nicht wie angewurzelt an Ihrem Platz, sondern erlauben Sie es sich, während des Sprechens, von Zeit zu Zeit, auch einmal mit ruhigen Schritten hin- und herzugehen. Freie Bewegung, wenn sie angemessen ist, wird vom Gegenüber als Souveränität wahrgenommen!
    • Verteilen Sie Thesenpapiere und fordern Sie Ihre Zuhörer dazu auf, sich ergänzende Stichpunkte zu machen oder Fragen zu notieren. Dadurch bewegen Sie Ihr Auditorium beiläufig zur aktiven Mitarbeit.

    Achten Sie jedoch immer darauf, dass Ihre Präsentationsmittel nicht zum Medienspektakel verkommen. Der Einsatz von Präsentationsmedien ist nur insoweit sinnvoll, als sie die Vermittlung der Inhalte unterstützen.

    Hierfür muss zuallererst der Inhalt in einer schlüssigen Argumentation vorliegen!

    Erst dann sollten Sie sich überlegen, welche Präsentationsform Ihre Argumentation besonders gut hervorhebt.

    Präsentation – Haltung

    Kennen Sie das?

    Sie sitzen in einem Vortrag zu einem Thema, das Sie sehr interessiert. Die Präsentation ist aufwendig, das Fachwissenden des Vortragenden offenkundig.

    Und trotzdem schweifen Ihre Gedanken immer wieder ab. Irgendetwas scheint Sie nicht richtig zu überzeugen.

    Was würden Sie anders machen?


    Präsentation – Haltung

    Kennen Sie das?

    Sie sitzen in einem Vortrag zu einem Thema, das Sie sehr interessiert. Die Präsentation ist aufwendig, das Fachwissenden des Vortragenden offenkundig.

    Und trotzdem schweifen Ihre Gedanken immer wieder ab. Irgendetwas scheint Sie nicht richtig zu überzeugen.

    Was würden Sie anders machen?

    Wussten Sie, dass für die Glaubwürdigkeit dessen, was wir sagen, das gesprochene Wort weniger als 10% an Bedeutung ausmacht?

    Unsere Überzeugungskraft hängt viel mehr davon ab, wie wir etwas „rüberbringen“. Nämlich von unserer Körpersprache, Mimik und Gestik zu ca. 50% und von dem Tonfall, unserer Sprechgeschwindigkeit und den Pausen, die wir setzten, zu ca. 40%.

    Ein Vortrag, der mit einem verdrossenen Gesichtsausdruck, eingefallenen Schultern und schleppendem Tonfall dargeboten wird, lässt das Interesse der Zuhörerschaft schnell erlahmen.

    Ganz anders reagieren wir, wenn uns Informationen mit einem wachen und konzentrierten Gesichtsausdruck, einer lebendigen und selbstbewussten Körpersprache und einer klaren und deutlichen Sprechweise vermittelt werden.

    Bedenken Sie also bei Ihrer Selbstpräsentation nicht nur, welche Kleidung Ihnen für diesen Anlass angemessen scheint, sondern üben Sie sich rechtzeitig in einem natürlichen und überzeugenden Körperausdruck und Tonfall.

    Hierbei können Sie sich auch eine Atemtechnik zunutze machen, wie beispielsweise die 3-Stufen-Atmung. Damit versetzen Sie sich in einen guten Zustand und verbessern gleichzeitig Ihre Haltung.

    Auf diese Weise erlangen Sie eine entspannte und ansprechende Ausstrahlung, die Ihnen sogar über Lampenfieber oder notfalls auch über den ein oder anderen kleinen Black-out gut hinweg helfen kann.